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Aberdeen und Aberdeenshire: Granitstadt, Street Art und Burgen

Aberdeen verbindet historische Architektur mit zeitgenössischer Kunst und maritimer Atmosphäre. Zwischen hellen Granitfassaden, historischen Universitätsgebäuden und modernen Wandmalereien zeigt die Stadt ganz unterschiedliche Seiten.

Auch die Umgebung von Aberdeen ist reich an Sehenswürdigkeiten. Entlang der Küste und im ländlich geprägten Aberdeenshire liegen einige der eindrucksvollsten Burgen und Ruinen Schottlands.

Weitere Höhepunkte aus verschiedenen Regionen des Landes finden Sie in unserem allgemeinen Schottland-Blog:

Schottland Sehenswürdigkeiten


Über Aberdeen

Aberdeen ist die drittgrößte Stadt Schottlands und liegt im Nordosten des Landes zwischen den Flüssen Don und Dee. Durch ihren Hafen, die Nähe zur Nordsee und ihre lange Handelsgeschichte ist die Stadt seit Jahrhunderten eng mit dem Meer verbunden.

Besonders bekannt ist Aberdeen für seine Granitarchitektur. Zahlreiche repräsentative Gebäude und traditionelle Häuser wurden aus regionalem Granit errichtet. Die hellen Fassaden können im Sonnenlicht silbrig glitzern, weshalb Aberdeen neben „Granite City“ auch als „Silver City“ bezeichnet wird.

Heute ist Aberdeen eine bedeutende Universitäts- und Kulturstadt. Historische Stadtteile, Museen, Galerien, Parks, Strände und moderne Street Art sorgen für eine abwechslungsreiche Mischung.


Old Aberdeen

Old Aberdeen liegt nördlich des heutigen Stadtzentrums und vermittelt mit seinen Kopfsteinpflasterstraßen, historischen Universitätsgebäuden und traditionellen Häusern einen Eindruck von der langen Geschichte der Stadt.

Das Viertel entwickelte sich rund um die University of Aberdeen, die 1495 gegründet wurde. Besonders markant ist die King’s College Chapel mit ihrem charakteristischen Kronenturm.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören:

  • St Machar’s Cathedral,
  • Cruickshank Botanic Garden,
  • Seaton Park,
  • die Brig o’ Balgownie,
  • die historischen Gebäude des Universitätscampus.

Old Aberdeen ist kein vollständig erhaltenes mittelalterliches Viertel. Vielmehr treffen hier Gebäude und Anlagen aus verschiedenen Jahrhunderten aufeinander.


St Machar’s Cathedral

St Machar’s Cathedral steht oberhalb des River Don am Rand des Seaton Park.

Obwohl der Standort bereits seit rund 1.500 Jahren christlich genutzt wird, stammt das heutige Granitgebäude überwiegend aus dem 15. Jahrhundert. Besonders auffällig sind die beiden massiven Türme und die kunstvoll bemalte heraldische Decke.

Die Kathedrale ist das älteste noch aktiv genutzte Gebäude Aberdeens. Sie dient weiterhin als Gotteshaus und zugleich als Veranstaltungsort für Konzerte und kulturelle Ereignisse.


Marischal College

Marischal College zählt zu den markantesten Gebäuden im Zentrum Aberdeens. Die Bildungseinrichtung wurde 1593 von George Keith, dem 5. Earl Marischal, gegründet. Das heute sichtbare monumentale Granitgebäude entstand jedoch erst später und wurde 1906 eröffnet.

Mit seiner neugotischen Fassade und den zahlreichen Türmen gilt Marischal College als eines der größten Granitgebäude der Welt.

Das Gebäude beherbergt heute kein regulär zugängliches Museum. Nach einer umfassenden Restaurierung dient es seit 2011 als Hauptsitz des Aberdeen City Council.

Bereits die Außenansicht vermittelt jedoch einen guten Eindruck von der handwerklichen Qualität und der Bedeutung der Granitindustrie für die Stadt.


Street Art in Aberdeen

Einen auffälligen Kontrast zu den historischen Granitfassaden bildet die moderne Street-Art-Szene.

Seit dem Start des Nuart Aberdeen Festivals im Jahr 2017 haben Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Ländern zahlreiche Mauern, Fassaden und versteckte Winkel der Innenstadt gestaltet. Die öffentlich zugängliche Sammlung umfasst inzwischen mehr als 60 Arbeiten.

Die Werke konzentrieren sich nicht nur auf die Union Street, sondern verteilen sich über das gesamte Stadtzentrum. Großformatige Wandbilder finden sich unter anderem rund um Shiprow, Crooked Lane, Jopps Lane und Blackfriars Street.

Mit einer interaktiven Karte lässt sich eine individuelle Route zusammenstellen. Für die umfangreiche Runde sollten ungefähr zwei bis drei Stunden eingeplant werden. Da Street Art durch Umbauten, Übermalungen und neue Festivalbeiträge verändert werden kann, sollte vor dem Besuch die aktuelle Karte geprüft werden.


Dunnottar Castle

Dunnottar Castle liegt nicht in Aberdeen, sondern rund 2,6 Kilometer südlich von Stonehaven an der Küste von Aberdeenshire.

Die Ruinen erheben sich auf einem fast vollständig vom Meer umgebenen Felsplateau rund 49 Meter über der Nordsee. Nur ein schmaler Zugang verbindet die ehemalige Festung mit dem Festland.

Der Standort wurde bereits seit mehr als 1.000 Jahren genutzt. Der älteste wesentliche Teil der heute sichtbaren Burg, der Keep, entstand 1392. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Anlage stetig erweitert.

Dunnottar Castle war unter anderem mit William Wallace und Maria Stuart verbunden. Besonders bekannt wurde die Festung im 17. Jahrhundert, als dort die Honours of Scotland – die schottischen Kronjuwelen – vor den Truppen Oliver Cromwells verborgen wurden.

Heute können Besucher die verschiedenen Gebäudereste, Innenhöfe und Aussichtspunkte erkunden. Wegen der exponierten Lage kann die Burg bei starkem Wind, Schnee oder Eis kurzfristig geschlossen werden.


New Slains Castle

New Slains Castle liegt auf einer Klippe östlich von Cruden Bay.

Die Anlage wurde ab dem späten 16. Jahrhundert errichtet und über mehrere Jahrhunderte erweitert. Nachdem das Dach 1925 entfernt worden war, verfiel das Gebäude zunehmend. Heute sind große Teile der Außenmauern und des ehemaligen Innenhofs erhalten.

Der Schriftsteller Bram Stoker verbrachte wiederholt Zeit in Cruden Bay. Das dramatisch über dem Meer gelegene Schloss gilt als wahrscheinliche Inspiration für einzelne Beschreibungen von Draculas Burg in seinem berühmten Roman.

New Slains Castle ist eine ungesicherte Ruine in unmittelbarer Nähe der Steilküste. Besucher sollten Abstand zu den Kliffkanten halten, auf instabiles Mauerwerk achten und ausschließlich geeignete Zugänge und Wege nutzen.


Craigievar Castle

Craigievar Castle liegt im Landesinneren von Aberdeenshire westlich von Aberdeen. Seine rosafarbene Fassade, die schlanken Türme und die verspielte Dachlandschaft verleihen dem Bauwerk das Aussehen eines Märchenschlosses.

Der Bau begann im späten 16. Jahrhundert. William Forbes ließ das Schloss weiter ausbauen und um 1626 in seiner heutigen Grundform vollenden. Die Familie Forbes bewohnte Craigievar mehr als 300 Jahre lang.

Craigievar Castle soll aufgrund seines märchenhaften Erscheinungsbildes zu den Inspirationen für Disneys Cinderella Castle gehört haben. Eine eindeutig dokumentierte Verbindung ist allerdings nicht nachgewiesen.

Im Inneren sind unter anderem kunstvolle Stuckdecken aus dem 17. Jahrhundert, historische Möbel, Waffen und Kunstgegenstände erhalten. Auf den oberen Etagen wird bewusst auf künstliche Beleuchtung verzichtet, sodass die Räume ähnlich wahrgenommen werden können wie während ihrer historischen Nutzung.

Die Innenräume können nur im Rahmen saisonaler Führungen mit begrenzter Teilnehmerzahl besichtigt werden. Die Außenanlagen und Waldwege sind grundsätzlich länger zugänglich als das Schloss selbst. Vor dem Besuch sollten die aktuellen Öffnungszeiten geprüft werden.

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